Montag, 16. Mai 2011

Aller Anfang ist schwer

Seit Wochen, nein Monaten schon, spukte ihr diese Idee im Kopf herum. Sie erlebte so viel, dachte so viel über sich, ihre Mitmenschen und das Leben mit seinen ganz alltäglichen Facetten nach. Da wäre es doch geradezu sträflich, diese nicht festzuhalten. Anekdoten, Essays und Begegnungen. Nicht um sich in ein helles Licht zu rücken, nicht um sich zu etwas besonderem zu machen. Sondern einfach nur um des Schreibens willen. Und wenn sie einer fernen Seele mit diesen Geschichten Freude bereiten kann, dann um so besser.

Doch warum braucht sie neuen Raum, unbefleckte kreative Weite? Sie schreibt doch schon einen Blog, viel zu selten in letzter Zeit. "Und sie schreibt so schön, so lebhaft, plastisch. Die Mundwinkel wandern jedes Mal ganz von allein nach oben." Aber es sind eben private Erlebnisse, ein virtuelles Tagebuch, ein simpler Abklatsch der Realität, ein erweiterter Terminkalender, eine abgehakte ToDo-Liste.

Hier soll sich nun alles vermischen: Phantasie und Traum, Leben und Erleben. Niemnd soll sagen können, in welche Zeit die Geschichte gehört, ob das Geschriebene zu ihr gehört oder allein Teil ihrer verbliebenen Vorstellungskaraft ist. Es wird keine Namen geben, nur Perosnen, es wird kaum Städte geben, nur Orte. Dies hier kann jedem geschehen. Überall.

Und dabei ist sie gar kein Träumer, sondern gnadenloser Realist. Wenn sie nachts träumt, dann unbemerkt, denn am nächsten Morgen ist alles vergessen. Für die Zukunft hat sie auch keine Träume, höchstens Ziele, klar definierte. Auch sonst steht sie eher auf dem Boden der Tatschen, agiert fernab jeder Utopie. Sie schwärmt längst nicht mehr so viel wie früher, gibt sich mit den einfachsten Werten zufrieden: Gesundheit, Freiheit und Frieden. Vielleicht sogar die am schwersten sicherzustellenden Umstände, Grundvoraussetzung für alles andere, was man dann irgdndwie selbst in die Hand nehmen kann.

Und doch ertappt sie sich in unregelmäßigen Abständen beim Tagträumen, Druchdenken von Was-wäre-wenn-Szenarien. Und auch diese kleinen Reisen ins Unbekannte sollen ihren Weg hierhin finden, Fragmente zwischen Wunsch und Sein, Gedanken von ihr über uns.

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